Was ist ein Lektorat
Inhalt
Handlung, Logik, roter Faden, Figurenentwicklung, Emotionen und Dramaturgie bilden das Fundament eines überzeugenden Textes. Der Verlauf einer Geschichte ist ihr tragendes Element und sollte immer in der Gesamtheit betrachtet werden: Funktionieren Aufbau und Spannungsbogen? Wird die beabsichtigte Wirkung erzielt, trägt die Geschichte oder Botschaft bis zum Ende?
Gliederung und Struktur
Überschriften, Absätze und Kapitellängen geben dem Text seinen Rhythmus. Sie strukturieren den Inhalt, lenken die Aufmerksamkeit der Leser:innen und beeinflussen das Lesetempo. Eine klare, nachvollziehbare Gliederung sorgt dafür, dass der Text trägt und nicht ermüdet.
Sprache, Stil und Ausdruck
Sprache bestimmt Ton, Tempo und Atmosphäre eines Textes. Im Lektorat werden Satzbau, Wortwahl, Vokabular und stilistische Konsistenz überprüft: Stimmen die Zeiten? Passt die Sprache zum Genre und zur Zielgruppe? Ist der Ausdruck präzise und abwechslungsreich? Gerade auf dieser Ebene schleichen sich häufig Unschärfen ein, die den Lesefluss beeinträchtigen, ohne sofort aufzufallen.
Perspektive und Erzählton
Die Perspektive ist eine grundlegende Entscheidung, die idealerweise früh im Schreibprozess getroffen wird. Perspektivwechsel oder -brüche können bewusst eingesetzt werden, wirken aber oft unbeabsichtigt irritierend. Auch der Erzählton spielt hier eine wichtige Rolle: Nähe und Distanz, Haltung und Wirkung sollten konsistent bleiben. Richtig eingesetzt, können Perspektive und Erzählton die Spannung steigern und Leser:innen gezielt fordern – falsch eingesetzt, bremsen sie den Text aus.
Abgrenzung: Lektorat und Korrektorat
Ein Lektorat befasst sich mit Inhalt, Struktur, Stil und Wirkung eines Textes. Davon abzugrenzen ist das Korrektorat, das sich auf Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung konzentriert. Ein Korrektorat ist der letzte Schritt im Überarbeitungsprozess, wenn inhaltliche und stilistische Änderungen abgeschlossen sind.
