Zum Inhalt springen
Startseite » Wissen » Mehrere Perspektiven

Mehrere Perspektiven

Wenn du von Anfang an mehrere Perspektiven einführst, können sich die Leser darauf einstimmen. Das kann sehr intensiv sein, denn jede Figur hat Gedanken und Gefühle, Ängste und Befürchtungen, die der andere nicht wissen kann oder darf. Innerhalb eines Kapitels werden diese Wechsel mit Absätzen getrennt. Viele entscheiden sich jedoch für die kapitelweise Trennung, was Klarheit für den Leser darstellt. Doch auch in diesen wird, ohne es zu merken, oftmals die Perspektive gewechselt.

Er stellte das Glas beiseite, weil er mit ihr sprechen wollte.
Die Prota, die den POV hat, kann seine Absicht nicht kennen = Perspektivenbruch.

Super spannend ist die LINEARE, VARIABLE FOKALISIERUNG. Ein Experiment, das schon viele namhafte Autoren gewagt haben.

Warum gewagt? Nun, dem Leser, der die klassische Darstellung gewohnt ist, erscheint dies zunächst als Fehler. Auch die meisten Lektorate können damit nichts anfangen.

Die variable Fokalisierung bedeutet, du hast innerhalb eines Kapitels mehrere POV, die nur durch Einzug getrennt werden. Der Übergang muss aber sehr klar und sauber sein. Der Blick kann den anderen Prota treffen, der dann übernimmt. Allerdings funktioniert das nicht bei kurzen Sätzen oder Wechseln innerhalb eines Satzes. Diese Leseführung bewirkt Reibung und sollte nur bei entsprechenden Manuskripten genutzt werden. Es kann auch als dramaturgisches Entwicklungswerkzeug eingesetzt werden. Die Technik selbst spiegelt die Charakterentwicklung wider, der Stil verändert sich mit den Protagonisten.

Du willst mehr?

Hol dir Show, don’t tell – die Basis des Schreibhandwerks. In Kürze im Shop als E-Book und Print erhältlich und überall, wo es Bücher gibt.

Band 2: Perspektiven & andere Fallstricke erscheint Winter 2026.

Bleib dran – per Newsletter oder Social Media.