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Personale Perspektive & Zeitform

Wenn du die personale Perspektive im Präsens wählst, dann sitzt du am Steuer. Die Hände am Lenkrad, den Fahrtwind im Gesicht. Du spürst den Bass im Bauch, bist mittendrin.

Diese Form ist superintensiv. Adrenalin pur. Gefühle sind roh, Gedanken direkt. Die Leser können nicht entkommen – was super ist, wenn du Spannung und Nervenkitzel willst.

Der peitschende Regen verwehrt mir die Sicht. Werde ich es schaffen? Ich darf nicht stehen bleiben. Da vorne: ein Licht!

Die personale Perspektive im Präteritum ist, als würdest du auf dem Beifahrersitz sitzen. Du bist nah dran, du siehst, was die Figur sieht, hörst ihre Gedanken, bist im Flow, aber es ist eben schon geschehen.

Ich rannte durch den Regen. Mein Herz raste. Ich wusste nicht, ob ich es schaffen würde, aber ich durfte jetzt nicht stehen bleiben.

Du bekommst alles mit: Gedanken, Gefühle, Tempo, aber du hast ein kleines bisschen Abstand. Das ist angenehm für viele Leser, weil es die Geschichte atmen lässt und sie wie beim Fernsehen Beobachter sein dürfen.

Wenn du maximale Nähe möchtest und deine Figur aus dem eigenen Inneren berichten lassen willst, nimm Präsens. Wenn du ein bisschen Raum lassen willst und dem Text mehr klassischen Fluss geben willst, die personale Perspektive im Präteritum.

Du hast eine Lieblingsperspektive, die für dich immer funktioniert? Na, super! Mein Tipp: Nutze beim nächsten Werk eine völlig andere Perspektive, eine andere Zeit. Denn nichts ist wertvoller als schriftstellerisches Wachstum!

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Band 2: Perspektiven & andere Fallstricke erscheint Winter 2026.

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